Interview mit dem Chefredakteur und Gründer der PORTUGAL POST, Mário dos Santos

"Die PP wird noch viele Jahre weiterbestehen, solange es eine portugiesische Gemeinde oder ihre Nachkommen gibt"

Gegründet 1993, ist die Zeitung PORTUGAL POST eine portugiesische Insel inmitten von Deutschland. Eine vielseitige Zeitung, die seit zwanzig Jahren der portugiesischen Gemeinde sehr aufmerksam dient und sie begleitet. Die PP ist die Frucht von viel Fleiß, Opferbereitschaft und Kampf, manchmal gelobt, dann wieder kritisiert. Ihr Ziel war immer, "unparteiisch und unabhängig aus den politischen und wirtschaftlichen Machtzentren und Gruppeninteressen zu informieren, und sich dabei von der Redefreiheit leiten zu lassen, die in den Grundgesetzen der demokratischen Gesellschaften verankert ist". Der Gründer der PP, Mário dos Santos, ist schon für sich eine facettenreiche Persönlichkeit mit verschiedenartigen Talenten. Wir haben ihn über eine dieser Facetten in seinem Leben, der des Chefredakteurs der Portugal Post, befragt.

 

 

PP: Sie haben mir vor einiger Zeit gesagt, Ihr Kindertraum war der Journalist. Jetzt, im reifen Erwachsenenalter, können Sie sagen, dass Sie Ihre Hoffnungen verwirklicht haben: Sie sind Journalist und Sie sind Herausgeber der Portugal Post, der einzigen Zeitung, die seit 20 Jahren in Deutschland auf Portugiesisch erscheint.

Mário dos Santos: Ja, es war ein Traum, aber nichts weiter. Das Leben besteht ja fast nur aus Träumen. Die Tatsache, dass ich wirklich zum Beruf des Journalisten gekommen bin, war eher eine Gelegenheit, die sich mir bot und die ich ergriff. Tatsächlich ergab sich eine wirkliche Erfahrung im Journalismus erst hier in Deutschland. Zunächst beim Radio und danach in der Leitung einer zweisprachigen Zeitschrift für Information und Kultur. Das war in den 80er Jahren, bevor die PORTUGAL POST erschien, die ich 1993 allein gegründet habe.

 

PP: Nun, zuerst, wann sind Sie aus Portugal weggegangen?

M.S.: Ich habe Portugal 1980 verlassen.

 

PP: Welche Gründe gab es, Ihr Land zu verlassen?

M.S.: Es waren persönliche Gründe.

 

PP: War Deutschland Ihre erste Wahl? Und warum?

M.S.: Wenn meine Ex-Frau Chinesin gewesen wäre, wäre ich nach China gegangen. (lacht)

 

PP: Wann haben Sie entdeckt, dass der Kindertraum schließlich eine Berufung war?

M.S.: Die Zeitungen und die Art, sie zu planen und zu produzieren, haben mich immer fasziniert. Schon als Kind habe ich Zeitungen gelesen und nicht nur die. Information und Wissen waren für mich ein Akt der Befreiung in einer sehr verschlossenen Gesellschaft, wie es die portugiesische Gesellschaft vor dem 25. April war. Was die Berufung angeht, denke ich, sie ist angeboren und man entdeckt sie früher oder später.

 

PP: Zu welchem Zeitpunkt haben Sie beschlossen, diese Berufung Wirklichkeit werden zu lassen?

M.S.: Eigentlich zu jeder Zeit. Aber das Leben ist schwer und die Prioritäten sind andere. Nicht alle Menschen können das in die Tat umsetzen, was sie sich wünschen. Aber manchmal bereitet uns das Leben auch Überraschungen und stößt uns auf das, was wir wollen und möchten.

 

PP: War es ein schwieriger Anfang?

M.S.: Ich glaube nicht. Nicht schwieriger als andere Aufgaben und Berufungen anzugehen.

 

PP: Als die Berliner Mauer fiel, haben Sie direkt von aus Berlin nach Portugal berichtet - aus Telefonkabinen. Das war Journalismus "live", voller Überraschungen und Leidenschaft. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Die Kommunikationstechnik hat sich entwickelt und Sie, Mário, haben sich beruflich auf anderen Wegen entwickelt, und sitzen Sie jetzt hier im Chefsessel der PP und managen ein ganzes Team von Mitarbeitern. Wie ist diese Wandlung vom Journalisten zum Chefredakteur eines Blattes vor sich gegangen?

M.S.: Als die Mauer fiel, hatte ich das Glück, als Korrespondent für einen Radiosender in Portugal zu arbeiten. Es waren intensive und unvergessliche Tage. Wir standen inmitten ungewöhnlicher Ereignisse, die den Lauf der Geschichte verändert haben. Damals gab es weder Mobiltelefone noch Computer zum Arbeiten. Man schrieb auf Schreibmaschinen und wir benutzten das Telefon, wo es eines gab. Ich habe in der Tat von Telefonkabinen aus für die Nachrichten gearbeitet. Beim Fall der Mauer und während des ganzen Wiedervereinigungsprozesses war ich stündlich in den Nachrichten.

Heute ist alles einfacher. Die Technik hat die Arbeit der Journalisten erleichtert. Mein erster "PC" datierte von 1984, wenn ich mich nicht irre, es war ein Macintosh mit einem Monitor, der wenig größer als ein DIN A5-Blatt war, d.h. eine halbe A4-Seite.

Was den Chefsessel betrifft, muss ich sagen, dass ich dem keine große Bedeutung beimesse. Niemand sieht mich hier so tun, als ob ich ein Einäugiger im Land der Blinden wäre.

 

PP: Sie haben vorhin erzählt, vor der PP waren Sie Herausgeber einer zweisprachigen Kulturzeitschrift, unter deren Lesern einige Weltgrößen der Literatur waren, darunter José Saramago und Günther Grass.

 

M.S.: Ja, und nicht nur diese. Es war eine Zeitschrift, die ich zusammen mit einigen anderen Kollegen gegründet habe und an die ich mit Wehmut denke, kann man sagen. Eine davon war Teresa Crawford, sie lebt noch in Dortmund. Teresa ist heute eine bemerkenswerte Malerin. Ein anderer war Jorge dos Santos, der Sänger der Folk-Musik-Gruppe “A Girândola”, die, wie man sich erinnert, in Deutschland Furore machte. Unter anderen erinnere ich mich an Renato Calvário, der inzwischen verstorben ist und der, obwohl er Arbeiter war, heißhungrig auf jede Art Kultur war. Zur Redaktion gehörten auch Deutsche wie Werner und Karin, die ich aus den Augen verloren habe. Später kamen andere, die sich dem Projekt anschlossen. Die Zeitschrift nannte sich ARCADA und ich "funktionierte" als Redaktionschef. Aufgrund ihres etwas anspruchsvolleren Inhalts waren die Leser mehrheitlich Deutsche und die Zeitschrift hatte schon einen ganz guten Ruf, wenn man bedenkt, dass sie von "Emigranten" gemacht wurde.

 

PP: Und warum ging dieses Abenteuer zu Ende?

M.S.: Es ging zu Ende, weil es wirtschaftlich nicht lebensfähig war. Ich glaube, die letzte Nummer wurde 1992 herausgegeben.

 

PP: Ich vermute, zu dieser Zeit tauchte die Idee der Zeitung "Correio de Portugal" auf, einer Zeitung für die portugiesische Gemeinde in Deutschland.

M.S.: Ja, schon während der Existenz der ARCADA dachte ich daran, eine Publikation für ein breiteres Publikum zu schaffen.

 

PP: Wie kam es vom Gedanken zur Umsetzung einer solchen Zeitung?

1992 führte ich im Auftrag einer deutschen Organisation eine Studie durch, die danach fragte, welche Informationsmedien die portugiesische Gemeinde nutzte. Eines der Ziele dieser Studie war herauszufinden, ob die Portugiesen Zugang zu Informationen auf Portugiesisch hätten. Als ich an das Ende der Studie kam, hatte ich erkannt, dass es kein Informationsorgan mit Inhalten gab, das sich spezifisch mit den hier ansässigen Portugiesen beschäftigte. Das Leben der Gemeinde war zu dieser Zeit intensiv und ganz anders als heute, aber es hatte in keinem Medium ein Echo. Ich machte mich also ganz allein an die Arbeit mit meinen eigenen Ersparnissen und veröffentlichte 1993 eine Versuchsausgabe des "Correio de Portugal" (der erste Titel der PP). Mit dieser Nummer unter dem Arm fuhr ich durch ganz Deutschland von einem Ende zum anderen, und verteilte sie bei Vereinen, auf Festen und Treffen von Portugiesen. Kurz, ich schrieb die Zeitung, machte das Layout und wirbelte wie der Wind in der Gegend herum. Bei diesen Kontakten lernte ich die Gemeinde, ihre Interessen und Sorgen usw. kennen und verstehen.

Dieser Stress zog sich über viele Jahre hin. Es gab kein Wochenende, an dem ich nicht auf irgend einem Fest von Portugiesen war, um die Zeitung unter die Leute zu bringen. Ich fuhr in ganz Deutschland herum und kam an die unglaublichsten Orte, vorausgesetzt, dort wohnten Portugiesen. So wurde die Zeitung und näherte sich der Gemeinde, die aus einfachen Leuten besteht. Es war eine Zeit, die ich nicht vergesse, denn sie war menschlich sehr reich. Und so, Stein auf Stein bauend, ist die Zeitung geworden.

 

PP: Die Portugal Post war und ist ohne Zweifel auch ein wichtiger sozialer Dienst für die, die nicht Deutsch lesen können oder für die, die Portugiesisch lernen wollen. Eine Zeitung, die wichtig ist für die dritte und vierte Generation der Abkömmlinge von Portugiesen. Eine Zeitung, die über Dinge informiert, die für die portugiesische Gemeinde in Deutschland wichtig sind. Wie koordinieren und balancieren Sie die Interessen Ihrer potentiellen Leser aus?

 

M.S.: Ganz ehrlich, um so vielen und verschiedenen Interessen auf dem Gebiet der Information gerecht zu werden, musste ich die "Welt" kennen lernen, in der die Gemeinde lebte und sich bewegte. Die Grundidee der Zeitung war: Je besser die Gemeinde über sich selbst informiert ist, umso besser versteht sie sich und ist so besser darauf vorbereitet, die Umwelt zu verstehen, in der sie lebt, was die Integration in der Aufnahmegesellschaft erleichtert. In diesem breiten Kontext musste die Zeitung Leser gewinnen, viele Leser. Dafür musste ich die Gemeinde und ihre Interessen als Leser verstehen. Man musste sich also den "Emigranten" nähern, wenn man weiter kommen wollte. Was die angeht, die sich von den Emigranten aus verschiedenen Gründen distanzierten, dachte ich, sie hätten nichts zu verlieren, wenn sie die "Welt der Emigranten" kennen lernten. Um sie der Zeitung näher zu bringen, bat ich die ehemaligen Mitarbeiter der ARCADA, etwas zu schreiben. Und das kam an. So konnte die Zeitung die verschiedenen sozialen Gruppen der Gemeinde begleiten.

 

PP: Wie werben Sie Ihre Mitarbeiter an? Welches sind die Auswahlkriterien?

M.S.: Normalerweise sind es die Mitarbeiter selbst, sie sich anbieten. Aber viele habe ich dazu eingeladen. Viele von ihnen sind bis heute geblieben. Die Auswahlkriterien sind einfach: Verbindung zur Gemeinde, wenig oder viel Erfahrung auf dem Gebiet des Journalismus; gerne schreiben und mitteilen und einigermaßen unvoreingenommen sein.

Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen um zu sagen, abgesehen von den Lesern sind die Mitarbeiter die wahren Erbauer und Künstler dieser Zeitung. Ohne sie kämen wir nicht weit. Die Existenz dieser Zeitung ist heute nicht nur ihrem Gründer, sondern allen zu verdanken, die schrieben und schreiben. Ich weiß nicht, wie ich ihnen danken soll, ganz ehrlich.

 

PP: Haben Sie viele Anfragen für Mitarbeit?

Ja.

 

PP: Was denken Sie, zieht die Journalisten, Amateurjournalisten, Kolumnisten, Kommentatoren, Mitglieder des portugiesischen Parlaments, Schriftsteller, Sozialarbeiter, Universitätsprofessoren und andere an und treibt sie, für die Portugal Post zu schreiben?

M.S.: Vielleicht tun sie es, weil sie die Arbeit des Blattes anerkennen und die Tatsache, dass es eine Publikation ist, deren Schatz darin besteht, dass sie alle und alles respektiert.

 

 

PP: Als Herausgeber suchen Sie die Titeltexte und das Layout aus und entscheiden, wie die Texte überarbeitet und redigiert werden. Wie reagieren Ihre Mitarbeiter auf Ihre Korrekturen und bis zu welchem Punkt gestehen Sie Ihnen die Änderung ihrer Texte zu?

M.S.: Sehr oft bitte ich um die Meinung des einen oder anderen Mitarbeiters. Die Auswahl der Titel richtet sich nach ihrer Eignung. Aber ich bin sicher, das geht auch manchmal schief. Wenn Sie wissen wollen, ob die Texte geändert werden, sage ich Ihnen, an die Artikel und Chroniken wird nicht gerührt. Oft erfolgen Änderungen an den Artikeln mit Zustimmung und Wissen der Autoren. Die Frage ist nicht, ob Änderungen erlaubt und gemacht werden, sondern ob es notwendig ist, aus verschiedenen Gründen, manchmal sogar aus Platzgründen.

 

PP: Die PP hat eine Papier-Version und eine Online-Version. Wie groß ist der Einfluss des Internet auf die Anzahl der Online-Leser?

M.S.: Ja, wir haben eine Online-Version seit 1998, die erst kürzlich verändert wurde. Jetzt haben die Leser Zugang zur Zeitung von unserer Website aus. Neben dem Abonnement auf Papier, kann der Leser auch die digitale Version abonnieren. In runden Zahlen gibt es Schätzungen, die auf mehrere Tausend hindeuten.

 

PP: Welche Artikel treffen auf Interesse bei den Lesern?

M.S.: Das kann ich Ihnen nicht sagen. Die Resonanz, die wir von unseren Lesern bekommen, gibt keine Auskunft über besondere Vorlieben. Jede Ausgabe der Zeitung ist für die Leser eine Überraschung. Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass das Blatt bezüglich der Information auf drei Säulen ruht: Inhalte aus der Umgebung, d.h. aus dem Leben der portugiesischen Gemeinde in diesem Land in seinen verschiedenen Ausprägungen; Information über die Lage in Portugal, was die interessiert, die außerhalb leben; Information über Deutschland, denn schließlich leben wir hier. Was den Inhalt angeht, versuchen wir den verschiedensten Interessengruppen der Gemeinde gerecht zu werden.

 

PP: Sprechen Ihre Leser die Zeitung an, wenn ihnen irgend etwas außerordentlich gefällt oder missfällt?

M.S.: Natürlich. Das geschieht bei allen Zeitungen.

 

PP: Manchmal kommt die Zeitung mit provokativen Titeln daher, sozusagen mit einem Stein, den sie ins Wasser wirft. Ist das der Stil, den Sie für Ihre Zeitung gewählt haben?

M.S.: Es ist keine Stilfrage, sondern der Versuch, Aufmerksamkeit für Themen zu wecken.

 

PP: Im allgemeinen gibt die Zeitung mehrheitliche Meinungen wieder, aber man spürt doch eine linksgerichtete Tendenz in den Leitartikeln. Möchten Sie das kommentieren?

M.S.: Also wirklich, linksgerichtet ist ein "bisschen viel" übertrieben. Die Zeitung orientiert sich beim Leitartikel an einer Linie, die auf Pluralität, Objektivität, Genauigkeit, Unabhängigkeit und Respekt setzt, vor allem vor den Lesern. Man kann nicht sagen, dass das Blatt diese oder jene Meinungsrichtung favorisiert. Aber die Zeitung behält sich das Recht vor, in den Leitartikeln, die sie schreibt, eine eigene Stimme geltend zu machen. Zu Ihrer Information, die Leitartikel werden oft von den verschiedensten politischen Strömungen kritisiert, das geht von Links bis Rechts.

 

PP: Wie würden Sie das Verhältnis der Zeitung im Laufe ihrer Existenz zu den Machtzentren oder seinen Vertretern in Deutschland beschreiben?

M.S.: Es gibt keine Beziehung. Es gibt den Standpunkt gegenseitiger Unabhängigkeit. Es gibt Situationen von Nähe, wenn Informationsfragen im Spiel sind, die für die Portugiesen wichtig erscheinen. Es gab im Laufe der Zeit in vielen Momenten Kooperation und sogar Initiativen für konkrete Leitartikel. Und so wollen wir weitermachen.

 

PP: Hat die Portugal Post seit ihrer Gründung 1993 etwas Unterstützung oder Schutz von institutioneller Seite erfahren?

M.S.: Nein, wir haben nie etwas von irgend einer offiziellen Seite erhalten. Es gab schon Andeutungen, die PP erhalte etwas von den Parteien oder sogar von der Regierung, aber das waren Unterstellungen, deren Zweck mir nicht klar ist. Anstatt uns Unterstützung zu gewähren, sollten die Regierungen den Blättern der Gemeinden im Ausland bezahlte Werbung zukommen lassen, wie sie es übrigens mit Zeitungen in Portugal tun. Wir erfüllen ein wichtiges soziales Informationsbedürfnis, das wenig anerkannt ist; wir veröffentlichen offizielle Informationen gratis. Wer aufmerksam liest, weiß, dass es so ist. Wir sind weiterhin vom Verkauf der Zeitung und der Werbung abhängig. Das war immer so.

 

 

PP: Die Zeitung feiert in diesem Jahr 20 Jahre ununterbrochene Öffentlichkeitsarbeit. Was ist ihr Geheimnis? Wie kann man in Deutschland eine portugiesische Zeitung veröffentlichen, in einem Land, in dem die Zahl der Portugiesen und ihrer Nachkommen wenig spektakulär und ihre Integration beispielhaft ist - das heißt, in dem die Notwendigkeit, ja sogar Wunsch und Möglichkeit, Portugiesisch zu lesen, wahrscheinlich eine abnehmende Tendenz zeigt?

M.S.: Das Geheimnis liegt im Vertrauen, das die Zeitung sich bei ihren Lesern erworben hat. 20 Jahre ist nicht wenig und wenn wir bis hierher gekommen sind, müssen wir wohl gute Arbeit geleistet haben. Ganz offensichtlich waren es zwei Jahrzehnte Ausdauer, Umgang mit Unverständnis und oft mit Missverständnissen. Im übrigen waren diese 20 Jahre ein beständiger Kampf gegen viel Wind und hohe Wellen. Jetzt bleibt uns nur, die natürliche Wandlung der Gemeinde zu begleiten und die Veröffentlichung des Blattes jeder neuen Realität anzupassen. So haben wir das immer gemacht.

 

 

PP: Wollen Sie uns verraten, wie eine "Nischenzeitung" zwanzig Jahre überleben konnte? Oder wollen Sie das Geheimnis für sich behalten?

M.S.: Da gibt es kein Geheimnis. Es gibt nur ein frei zugängliches Rezept: Man muss an das glauben, was man tut und in jedem Augenblick wissen, dass man mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

 

PP: Wie sehen Sie die Zukunft der Zeitung?

M.S.: Ich kann es Ihnen nicht sagen. Aber wenn Sie mich raten lassen wollen, kann ich mir vorstellen, dass die PP noch viele Jahre lang herausgegeben wird, solange es eine portugiesische Gemeinde oder ihre Kinder und Kindeskinder gibt.

 

Das Interview wurde von Cristina Dangerfiled-Vogt geführt.